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rt noch bis 30.04.2005. Erst dann ist Abpfiff und schlüsselfertige Übergabe an den Bauherren Allianz Arena München Stadion GmbH.

Montagmorgen, acht Uhr: Der runde Tisch im Besprechungszimmer der HVB-Zentrale füllt sich. Die Terminliste wird besprochen. Das Blatt mit den 19 Sitzungen in der kommende Woche ist für den Laien schwer zu lesen. Viele Besprechungen laufen zeitgleich und werden von Koppes Leuten bezüglich der erforderlichen Teilnehmer und der Themen koordiniert. Klar ist: es gibt viel zu tun, die Baustelle brummt und die Pläne werden just in time benötigt. Arbeitszeit von 7 Uhr morgens bis ultimo, so der gelernte Architekt und Gesamtleiter des Projektes Koppe.

Doch das ist zweitrangig. Was zählt ist das Ziel, die Vision. Koppe erklärt: „Es gibt im Baugeschehen immer Aufgaben, die unglaublich interessant sind. Wir haben den Wettbewerb um den Stadionneubau mit den Architekten Herzog & de Meuron und der Alpine Bau GmbH immer unter dem Aspekt begleitet, große Architektur für München zu schaffen. Und es ist schon sehr spannend, eine solch schwierige Aufgabe unter einem so großen Zeitdruck zu realisieren.“

Dazu braucht es erfahrene Mitarbeiter, die in ihren Bereichen vollkommen selbständig arbeiten können und müssen. Und die hat er - allesamt gelernte Architekten, die bei der Projektrealisierung mit Einzelbereichen betraut sind: Bert Kühnöhl beispielsweise kümmert sich an vorderster Front neben seinen Aufgaben Massivbau, Stahlbau und Brandschutz insbesondere um die interne Gesamtkoordination der GÜ - und der Bauherrnansprüche. Klaus Fronske steuert die Planung der Aussenanlagen und des gewaltigen Parkhauses für 9000 Fahrzeuge, zur Zeit das größte in Europa. Klaus Küfner hat bei den unzähligen Rohrleitungen und Zentralen der Technischen Gebäudeausrüstung voll den Überblick und ohne Stefan Senkel läuft im Auftrags- und Rechnungswesen, sowie im Qualitäts-Check der Planung gar nichts.

Das Schlagwort bei dieser Aufgabe heiß „Koordination“. Es gilt, sämtliche Interessen am Bau der Allianz Arena zu bündeln und die Aufgaben an Planungsbüros zu ver-teilen – ein logistischer Aufwand ohnegleichen. Es geht darum, die Planung für die Baustelle bei den etwa 20 Planungsbüros – den Architekten, Tragwerksplanern, Haustechnikern, Fassadenberatern, Brandschutzspezialisten und Gutachtern - in Auftrag zu geben, sie mit allen Seiten abzustimmen und von zwölf Behörden mit circa 40 Abteilungen, wie der Lokalbaukommission, der Branddirektion dem Tiefbaureferat und vielen anderen, genehmigen zu lassen. Alles natürlich im Interesse des Bauherren.

Jeder einzelne dieser Pläne – wöchentlich sind dies knapp 100 und nach Beendigung der Baumaßnahme ca. 100.000 - durchläuft dabei etwa 14 Stellen, bis er zur Baustelle gelangt - ein Knochenjob für Andreas Wiegel und KlausOberländer. Der Generalplaner muss dabei stets den Gesamtüberblick behalten und fungiert als Schaltzentrale. Die Frage ist jeden Tag aufs Neue: „Welches ist der schnellste Weg, um alle mit hochqualitativem Planmaterial so zu versorgen, dass er darauf aufbauen und weiter arbeiten kann?“ Die Folge ist, dass eine Sitzung die nächste jagt, in denen stets ein Mitglied des „Koppe-Teams“ anwesend ist, moderiert und nicht selten den „schwarzen Peter“ in Händen hält. Denn nichts ist schlimmer, als irgendwo eine Unterbrechung wegen fehlender Pläne.


Auch wenn die Mitarbeiter des Teams schon einige Großprojekte wie die „Fünf Höfe“ in München betreut haben: Ein solch umfangreiches und architektonisch anspruchs-volles Stadionprojekt gab es noch nie. Es fehlen schlicht Vergleichsmöglichkeiten, um jeden Tag sofort adäquate Lösungen parat zu haben und vieles, wie etwa die Kissenfassade ist Neuland. Ganz abgesehen vom Termindruck.


Denn termingerecht müssen die Pläne die Baustelle erreichen, damit am 30.04.2005 Stadion, Parkhaus und Esplanade den beiden Vereinen TSV 1860 und FC Bayern übergeben werden können. Die HVB Immobilien AG haftet dafür an vorderster Stelle. Deshalb betont Koppe auch: „Der Reiz an diesem Projekt ist bestimmt nicht die Ver-antwortung und erst recht nicht das Risiko, das damit verbunden ist. Wir haben schlicht und einfach den Anspruch, die höchste Qualität an Architektur zu liefern, die überhaupt zu einem vertretbaren Preis möglich ist.“ Sprach’ s und verschwindet in der nächsten Sitzung, dieses Mal mit „HdM“ ( Herzog & de Meuron ) GÜ (Generalübernehmer Alpine Bau Deutschland GmbH) und MSG (München Stadion GmbH).



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